Thema: Gedichte: Volkslieder, 16. Jahrhundert

Gedichte: Volkslieder, 16. Jahrhundert

Volkslied, 16. Jahrhundert

Ich hört ein Sichelein rauschen


Ich hört ein Sichelein rauschen,
Wohl rauschen durch das Korn,
Ich hört ein feine Magd klagen,
Sie hätt ihr Lieb verlorn.

„Laß rauschen, Lieb, laß rauschen,
Ich acht nit, wie es geh;
Ich hab mir ein Buhlen erworben
In Veiel und grünem Klee.”

„Hast du einen Buhlen erworben
In Veiel und grünem Klee,
So steh ich hier alleine,
Tut meinem Herzen weh.”

Volkslied, 16. Jahrhundert

Wie schön blüht uns der Maien


Wie schön blüht uns der Maien,
Der Sommer fährt dahin,
Mir ist ein schön Jungfräuelein
Gefallen in mein Sinn.
Bei ihr da wär mir wohl,
Wann ich nur an sie denke,
Mein Herz ist freudevoll.

Wenn ich des Nachts lieg schlafen,
Mein Feinslieb kommt mir für,
Wenn ich alsdann erwache,
Bei mir ich niemand spür;
Bringt meinem Herzen Pein,
Wollt Gott, ich sollt ihr dienen.
Wie möcht mir baß gesein.

Bei ihr, da wär ich gerne,
Bei ihr, da wär mir’s wohl;
Sie ist mein Morgensterne,
Strahlt mir ins Herz so voll.
Sie hat ein roten Mund,
Sollt ich sie darauf küssen,
Mein Herz würd mir gesund.

Volkslied, 16. Jahrhundert

Innsbruck, ich muß dich lassen


Innsbruck, ich muß dich lassen,
Ich fahr dahin mein Straßen
Ins fremde Land dahin.
Mein Freud ist mir genommen,
Die ich nit weiß bekommen,
Wo ich im Elend bin.

Groß Leid muß ich ertragen,
Das ich allein tu klagen
Dem liebsten Buhlen mein.
Ach Lieb, nun laß mich Armen
Im Herzen dein erwarmen,
Daß ich muß dannen sein.

Mein Trost ob allen Weiben,
Dein tu ich ewig bleiben,
Stet, treu, der Ehren frumm.
Nun muß dich Gott bewahren,
In aller Tugend sparen,
Bis daß ich wiederkumm.